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Anwendungsprojekt 5: Innovative Verfahren zur Klimaanpassung im Küstenschutz – Fokusgebiet Kieler Bucht

Der Bau von künstlichen Riffen dient nicht nur der Strandstabilisierung, sondern schafft auch hoch attraktive Tauchreviere und bietet damit neue Perspektiven für den Tourismus.

Schleswig-Holstein als das Land zwischen den Meeren ist als touristisches Ziel in Deutschland mit Nord- und Ostsee einmalig. Besonders die sandigen Strände an der Ostseeküste stellen ein beliebtes Reiseziel da. Fokussierte die Tourismusbranche in der Vergangenheit auf den „klassischen Badetouristen“, so ist seit einiger Zeit die Ausweitung auch auf andere maritime Freizeitaktivitäten feststellbar. Durch zunehmenden Angebotsdruck wird es für die Anbieter immer wichtiger, die Bedürfnisse weiterer Zielgruppen aufzugreifen und entsprechende Angebote zu entwickeln. Surfen, Kite-Surfen, Angeln etc. haben sich größtenteils schon etabliert.

Wasserski und „Bananaboat“ fahren sind durch ihre hohe Umweltbelastung in der Ausdehnung stark eingeschränkt. Einen kaum beachteten, aber sehr umsatzstarken Freizeitsport stellt die Taucherei dar. Zur Zeit ist dies jedoch ein stark begrenzter Nischenmarkt. Tauchen findet größtenteils als „Wracktauchen“ statt. Hintergrund ist, dass bis Mitte der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts durch die Steinfischerei die natürlichen Rahmenbedingungen stark verändert wurden und attraktive Tauchreviere quasi nicht mehr vorhanden sind, da durch die intensive Steinfischerei vorhandene Hartsubstrate, die mit einer für Taucher attraktiven Fauna und Flora vergesellschaftet waren, vernichtet wurden.

Umfragen in der „Tauchszene“ zeigen, dass diese Freizeitaktivität ein hohes kommerzielles Potential aufweist. In der Kieler Bucht, bedingt durch gute landseitige Infrastruktur sowie ebenfalls ausgezeichnete seeseitige Bedingungen bietet es sich an, ein Tauchrevier zu entwickeln. Hierfür ist es in erster Linie notwendig, entsprechende Unterwasserstrukturen einzurichten, die durch natürliche Besiedlung sich zu einem herausragenden Tauchrevier entwickeln können. Durch ein intelligentes Design eines künstlichen Riffes können auf begrenztem Raum mehrere küstennahe klassische Ökosysteme wiederbelebt werden.

Aber auch der Küstenschutz kann von Maßnahmen im Küstenvorfeld profitieren. So können die künstlichen Strukturen so ausgebaut werden, dass eine wellendämpfende Wirkung erzielt wird, die wiederum den Sedimenttransport verändert. Eine dissipative Energieverteilung im Küstenvorfeld kann den Küstenlängstransport reduzieren, was wiederum zu einer Strandstabilisierung führen kann. Besonders in Kombination mit Sandvorspülungen und riffartigen Einbauten im Vorfeld kann ein entsprechendes Strandmanagement etabliert werden. Je nachdem, welche Auswirkung im Vordergrund steht, die Tauchqualität oder der Küstenschutz, könnten Strandabschnitte in der Kieler Förde mittel- und langfristig überplant werden.

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