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Anwendungsprojekt 16: Küstenschutz und Geothermie

Begleitend zu den Fokusthemen "Küstenschutz" und "Erneuerbare Energien" wird im Rahmen von RADOST ein Anwendungsprojekt durchgeführt, das die technischen Möglichkeiten zur Gewinnung von Wärme oder Kälte aus dem Küstenbereich bei Küstenschutzplanungen berücksichtigt. Darin soll aufzeigt werden, wie die thermische Nutzung von in der Saturationszone des Küstenbereichs vorhandenem "Strandwasser" (einem Gemisch aus Grund- und Meereswasser) oder die direkte thermische Nutzung des Meereswassers bereits planerisch bei Küstenschutzmaßnahmen integriert werden kann. 

Einerseits dienen Küstenschutzanlagen dem direkten Schutz von im Hinterland befindlichen Einrichtungen, andererseits sind die zu schützenden Siedlungen und Bauten zu beheizen und teilweise zu kühlen. Beide Maßnahmen (Küstenschutz und Energiegewinnung) stellen einen Eingriff in die Natur dar, der jedoch durch die Kombination beider Maßnahmen insgesamt verringert wird. Weiterhin kann die begleitende thermische Nutzung des Untergrundes/Meerwassers einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen und der Betriebskosten leisten. Synergieeffekte werden auch für den Küstenschutz erwartet.
 
Im Anwendungsprojekt „Küstenschutz und Geothermie“ sollen Kombinationsmöglichkeiten von Küstenschutzmaßnahmen (z.B. Düne, Deich, Buhnen) und Umweltwärmenutzung untersucht und deren Machbarkeit durch modellhafte Planungen belegt werden. Dabei kann neben der Gewinnung von Wärme oder Kälte im Uferbereich mittels geschlossener Wärmetauschersysteme (indirekte thermische Nutzung) auch eine direkte Beheizung oder Kühlung mit Meerwasser in Betracht gezogen werden, wie sie durch den Einsatz geothermischer Brunnenanlagen möglich ist.
 
Die erforderlichen Grundlagendaten für eine Beurteilung der Möglichkeiten und des Potentials der thermischen Nutzung des Untergrundes bzw. des Meerwassers sollen exemplarisch durch ein eigens dafür eingerichtetes Messfeld (Datenmessstrecke, Transsekt) für einen Zeitraum von ca. 20 Monaten ermittelt werden. Dabei werden insbesondere die Parameter Untergrund- bzw. Wassertemperatur, hydrostatischer Druck und elektrische Leitfähigkeit betrachtet. Die erfassten Daten werden dann mit den Prognosen zum Klimawandel abgeglichen und gegebenenfalls angepasste Werte für eine modellhafte Planung angenommen.

 


Abbildung 1:

Lage der geplanten Messstrecke in Warnemünde (Quelle: H.S.W. GmbH)
 

Abbildung 2:

Lage des Untersuchungsbereiches in Warnemünde (Bildquelle: Google maps)

 

Kontakt
Institution: 
H.S.W. Ingenieurbüro Gesellschaft für Energie und Umwelt mbH
Straße, Nr.: 
Gerhart-Hauptmann-Straße 19
PLZ, Ort: 
18055 Rostock
Telefon: 
+49 381 37015
Fax: 
+49 381 31224
Web: 
www.hsw-rostock.de
Ansprechpartner: 
Dipl.-Ing. Jens-Uwe Kühl (Geschäftsführer)
Weitere Beteiligte: 
Dipl.-Ing. Susanne Stroppe, Dipl.-Ing. Björn Oldorf, Dipl.-Ing. Martin Uebigau