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Anwendungsprojekt 13: Steuerung von Nährstoffeinträgen durch Retentionsbecken

Dränsysteme verbessern die landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsmöglichkeiten auf vielen Flächen der Region. Sie sind einerseits Voraussetzung für eine intensive Acker- oder Grünlandnutzung, andererseits aber auch die Quelle von nahezu der Hälfte der Stickstoffeinträge in die Gewässer dieser Region. Folglich müssen sich mögliche Anpassungsmaßnahmen auch auf diesen Eintragspfad konzentrieren.

Gegenwärtig untersucht das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) Möglichkeiten, die Nährstoffeinträge aus Dränabflüssen mittels geeigneten Retentionsmaßnahmen zu mindern. Dazu werden Retentionsbecken mit Pflanzenbewuchs zwischen Dränanlage und Gewässer installiert. Unter Nutzung der Verweildauer, Sedimentationsprozesse, Nährstoffbindung in Biomasse und biochemischen Transformation können solche Becken die Nährstoffeinträge deutlich mindern.

Im Rahmen eines Unterauftrages an das ZALF ist die Errichtung eines solchen Retentionsbeckens geplant. Durch ein regelmäßiges Monitoring des Zu- und Ablaufes soll der damit tatsächlich erreichte Nährstoffrückhalt analysiert werden. Ein Vergleich dieser Ergebnisse mit denen anderer Standorte von Retentionsbecken, die vom ZALF betreut werden, soll Rückschlüsse auf die Potentiale solcher Retentionsmöglichkeiten liefern.

Das Anwendungsprojekt liefert auf der Grundlage der Erfahrungen in den beiden Anwendungsgebieten praxisrelevante Informationen für die Auswahl optimierter Standorte, die Dimensionierung und Kosten der Anwendungen, deren Wartung und Pflege sowie zu den Effekten bezüglich der Verminderung der Nährstoffeinträge in die Küstengewässer. Diese Informationen werden möglichen Anwendern (Landwirte und Wasser- und Bodenverbände) zur Verfügung gestellt. Die Wasser- und Bodenverbände organisieren Workshops, auf denen mit Vertretern der Verbände und interessierten Landwirten weitere Möglichkeiten für Umsetzungen diskutiert werden. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse wird ein neues Submodell von MONERIS zur Quantifikation des Verminderungspotenzials verschiedener Maßnahmen zur Beeinflussung von Dränageausträgen entwickelt. Die Retentionsbecken werden auch über den Projektzeitraum hinaus weiter durch die lokalen Netzwerkpartner genutzt.

Die aktive Regulierung des Durchflusses an Dränausläufen wird als „Kontrollierte Dränung“ („Controlled Drainage“) bezeichnet. Die Durchfluss- und damit Wasserstandsregulierung zielt darauf ab, Wasser in der Fläche zu halten, um bei längeren Trockenperioden dem Pflanzenbestand ausreichend Wasser darzubieten. Darüber hinaus wird mit der Reduktion des freien Auslaufes des Dränwassers versucht, höhere Bodenwassergehalte unterhalb des Wurzelbereiches einzustellen, um reduktive Verhältnisse im Boden zu erzeugen und dadurch letztlich den Nitratabbau zu elementarem Stickstoff zu befördern. Im RADOST-Abschlussbericht wird sich dieser Thematik neben dem Retentionsbecken gesondert gewidmet.

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