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Naturschutz im Zusammenhang mit Nutzungen

Das Fokusthema „Naturschutz und Nutzungen“ befasst sich mit den vielfältigen menschlichen Nutzungen des Naturraums und -haushalts im Kontext des Klimawandels. So werden in einer bisher einmaligen Konfiguration von Akteuren unterschiedlichster Ebenen Lösungsmöglichkeiten für akute Nutzungskonflikte in einem ausgewählten Meeresareal, welches derzeitiges Fokusgebiet der Entwicklung und des Naturschutzes ist, erarbeitet. Einzelne Nutzungen wie auch deren Zusammenwirken werden aufgrund zu erwartender klimabedingter Modifikationen der derzeitigen Randbedingungen neu überdacht und Empfehlungen für strategische Entscheidungen erarbeitet.
 
Das Ostseeareal östlich von Rügen bis zum Adlergrund und landwärts zum Industrie- und Energiestandort Lubmin ist eine Region von großer Bedeutung sowohl für den Naturschutz als auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Ostseeküste. Geplante Investitionen von mehreren Milliarden Euro machen diesen Raum zu einem Fokusgebiet der Entwicklung. Gleichzeitig hat der Adlergrund jedoch eine wichtige Funktion als Ausgangspunkt für die Wiederbesiedlung in größeren Wassertiefen gelegener Meeresböden mit Tieren nach episodisch auftretenden Populationsschwankungen. Das Meeresgebiet gehört zudem zu den wichtigsten Seevogelrastgebieten Europas und wurde aufgrund der Ausprägung der Lebensraumtypen „Sandbänke“ und „Riffe“ als FFH-Schutzgebiet ausgewiesen.

RADOST wird im Fokusthema „Naturschutz und Nutzungen durch den engagierten Dialog und moderierte Gespräche in einem in dieser Konfiguration bisher einmaligen Netzwerk von Akteuren aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft Lösungsmöglichkeiten für akute Nutzungskonflikte erarbeiten. Absolutes Neuland wird bei der Folgenabschätzung des Klimawandels für einzelne Nutzungsformen wie auch bei der Abschätzung des veränderten Zusammenwirkens von Nutzungen betreten. So werden Raumordnungskonzepte entsprechend zukünftig zu erwartenden klimabedingten Modifikationen bestehender Planungen angepasst werden müssen. Es könnte z.B. eine vom Aussterben bedrohte Art in Zukunft aufgrund geänderter Umweltbedingungen ein bis jetzt ungeeignetes Ostseeküstengebiet besiedeln. Für die Bewertung von Umweltfolgen derzeit verwendete ökologische Indikatoren müssen möglicherweise aufgrund der zu erwartenden Klimafolgen überdacht werden. Die daraus resultierenden Empfehlungen werden in Raumordnungsplanungen und Genehmigungsentscheidungen eingehen und die Grundlage für strategische Entscheidungen bilden.

 

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