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Integration des Klimawandels in die ökonomischen Analysen nach der Wasserrahmenrichtlinie

Ein wichtiges Ziel im Fokusthema „Gewässermanagement und Landwirtschaft“ ist die Entwicklung konkreter Empfehlungen für die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in den Oberflächen- und Küstengewässern vor dem Hintergrund des klimatischen und sozioökonomischen Wandels. Die ökonomischen Analysen von Maßnahmen nach WRRL leisten eine wesentliche Entscheidungsunterstützung bei der Auswahl geeigneter und kosteneffizienter Maßnahmen. In diesem Arbeitspaket soll analysiert werden, welchen Einfluss die zu erwartenden Klimaauswirkungen auf die ökonomischen Analysen gemäß WRRL haben.

Entscheidende Kriterien für die Auswahl der Maßnahmenprogramme nach WRRL sind sowohl Kosteneffizienz (Art. 11 und Anhang III) als auch die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmenkosten (Art. 4(4) und 4(5)). Die Bedingungen zum Erreichen des „guten Zustands“ von Gewässern können sich durch den Einfluss des Klimawandels verändern. Dies muss bei der Bewertung sowohl der Kosteneffizienz als auch der Verhältnismäßigkeit der Kosten berücksichtigt werden. Veränderungen können sich sowohl auf der Kostenseite (durch den potentiell erforderlichen Mehraufwand zur Zielerreichung) als auch auf der Nutzenseite (durch eine Verknappung bestimmter ökologischer Güter) ergeben. Entsprechend erscheint es sinnvoll, die Sensitivität der Auswahlverfahren für Maßnahmen hinsichtlich der zu erwartenden Klimaänderungen zu überprüfen, um Planungssicherheit für die Zukunft zu gewährleisten und möglichst robuste Entscheidungen treffen zu können.

Im Rahmen dieses Arbeitspaketes wird mit Hilfe einer qualitativen Fallstudien-Analyse untersucht, welche ökonomischen Analysen gemäß WRRL in den bestehenden Flussgebietsmanagementplänen durchgeführt werden und inwieweit die erwartbaren Klimawandelauswirkungen bei der ökonomischen Abwägung zur Maßnahmenauswahl Berücksichtigung finden (können). Die Analyse umfasst 18 ausgewählte Flussgebietsmanagementpläne aus Deutschland und anderen europäischen Ländern. Neben den Flussgebietseinheiten Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns (Schlei/Trave, Elbe, Warnow/Peene, Oder, Eider) wurden Flussgebietsmanagementpläne aus Baden-Württemberg (Donau), den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Dänemark, Estland, Lettland und Litauen untersucht.

Die daraus abgeleiteten Empfehlungen richten sich in erster Linie an die umsetzenden Behörden der Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern (Umweltministerien und Landesumweltämter LLUR und LUNG).
 

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