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Fluss-Küste-Meer: Gewässerqualität und Klimawandel

Klimawandel wirkt sich nicht nur auf die Küstengewässer und die Ostsee direkt aus, sondern auch auf die Einzugsgebiete der in die Ostsee einmündenden Flüsse. Maßnahmen müssen daher in allen Bereichen stattfinden. Die diffusen Nährstoffeinträge in die Gewässer aus der Landwirtschaft sind dabei einer der Hauptanknüpfungspunkte.

Klimawandel wird sich sowohl auf die Flusseinzugsgebiete als auch auf die Küstengewässer und die Ostsee auswirken. Veränderungen in den Ein- und Austräge von Nährstoffen durch punktuelle und diffuse Quellen in den Flusseinzugsgebieten haben Konsequenzen für die Stofffrachten der in die Ostsee mündenden Flüsse. Aktuelle Probleme wie Eutrophierung, Algenblüten und anoxische Gewässerbereiche können sich eventuell noch verstärken. Die Landwirtschaft spielt in Bezug auf den Nährstoffeintrag in das deutsche Ostsee-Einzugsgebiet eine besondere Rolle, da sie für einen Großteil der hohen Nährstofffrachten verantwortlich ist. Durch die Kopplung von Agrar-, Flusseinzugsgebiets-, Küstengewässer- und Ostseemodellen entsteht ein leistungsfähiges Modellsystem, welches nicht nur in der Lage ist, die Auswirkungen des Klimawandels zu erfassen, sondern gleichzeitig auch die Konsequenzen von Landnutzungsänderungen und anderen Maßnahmen im Einzugsgebiet zu quantifizieren. Die Ergebnisse aus der Modellierung können dann z. B. für die Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtline (WRRL) genutzt werden, für die Abschätzung notwendiger Maßnahmen zur Reduzierung der Nähr- und Schadstoffeinträge und deren Kosteneffizienz. Die ersten Umsetzungsschritte der WRRL (Referenzzustände, Definition des guten Zustands) können evaluiert und die Konsequenzen für verschiedene Nutzungen entlang der Küste (Tourismus, Naturschutz) abgeschätzt werden.