Muschelworkshop am Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Venue
Warnemünde
Date
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Mara Ort
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Mara Ort

Bild entfernt.Am 8. Juni fand der erste Workshop „Mussel farming in the Baltic: experiences and perspectives“ am Institut für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW) statt. 26 Teilnehmer aus 5 Anrainerstaaten der Ostsee tauschten sich über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Möglichkeiten des Muschelfarming aus. Dieses wird in Zukunft in der Ostsee wahrscheinlich besser möglich sein, da durch verringerte Eisbedeckung weniger Schäden an Anlagen zu befürchten sind.
Die Themenpalette des Workshops war vielfältig: Erfahrungsberichte aus Dänemark, Polen, Litauen und Deutschland gaben Einblicke in Forschung und praktischen Aspekte zur Zucht von Miesmuscheln und Zebramuscheln. Welche Materialien stellten sich als geeignet heraus, an welchen Standorten entwickeln sich die Muscheln besonders gut? Die Einbindung von Muscheln in einen Nährstoffkreislauf (vor allem Stickstoff) wurde diskutiert, hierbei sind verschiedene Nutzungen der Muscheln als Futter, Dünger oder für den menschlichen Konsum im Gespräch. Außerdem wurde die Frage aufgeworfen, wie Muschelfarmen sich finanzieren bzw. rentabel werden können – lokaler Konsum spielte hierbei ebenso eine Rolle wie ein möglicher Handel mit Zertifikaten oder Subventionen.
Besonders die Nutzung der Muscheln zur Verbesserung der Wasserqualität durch ihre hohe Filtrationsleistung war ein Fokusthema, aktuell und bedeutend durch die Zielsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Außerdem ist es möglich, dass sich dieses Problem im Zuge des Klimawandels aufgrund höherer Wassertemperaturen noch verstärken könnte. Muschelfarming könnte hier einen Beitrag zur Mitigation leisten. Muschelfarming ist jedoch – zumindest für Deutschland - ein relativ neues Thema mit vielen Unsicherheiten, die weitere Forschungsarbeit erfordern.
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Eine Dokumentation des Workshops wird in Kürze im Internet auf der Seite der AG Küste des IOW bereitstehen: www.io-warnemuende.de/bio-ag-ikzm.html