RADOST Teilnahme an der Global Oceans Conference 2010

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Anpassung an den Klimawandel: Eine globale Herausforderung auf der lokalen Ebene
 
Die 5. Global Conference on Oceans, Coasts and Islands fand vom 3. bis 7. Mai 2010 im Hauptsitz der UNESCO in Paris statt. Organisiert wurde die Konferenz vom Global Forum on Oceans, Coasts and Islands, der UNESCO sowie der französischen Regierung. Über 850 Teilnehmer kamen aus allen relevanten Sektoren für eine Woche zusammen: Vertreter von Regierungen, internationalen Organisationen, Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaft und aus der freien Wirtschaft mit dem gemeinsamen Ziel, globale Ozeanfragen voranzutreiben. Das Thema der diesjährigen Konferenz war ,Ensuring Survival, Preserving Life and Improving Governance‘. Schwerpunktmäßig wurden die Bereiche Klimawandel, biologische Vielfalt und Governance der Weltmeere behandelt.
Als Vertreterin des RADOST-Projektes nahm Dr. Grit Martinez vom Ecologic Institut unter anderem an einer Sitzung zur Anpassung an den Klimawandel in Küstengebieten im regionalen Kontext teil, die von der US-amerikanischen Behörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) organisiert wurde. Um Küstengemeinden auf die Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten, hat NOAA eine Vielzahl von e-Tools entwickelt, einschließlich einer virtuellen Bibliothek, die zum Erfahrungsaustausch zwischen lokalen Akteuren in den amerikanischen Küstenregionen dienen sollen.
 
Auf der anderen Seite des Atlantiks fördert das RADOST-Projekt den Austausch von Best Practice Erfahrungen und Lernprozessen zwischen Gemeinden, Unternehmen und Verwaltungen in der deutschen Ostseeküstenregion. RADOST unterstützt zudem einen transnationalen Austausch von regionalen Erfahrungen mit Anpassungsstrategien und Anwendungsprojekten. Eine weitere Sitzung zum Thema Feuchtgebiete in tropischen Küstenregionen behandelte die Frage der Nachhaltigkeit der industriellen Aquakultur. Aquakultur zählt zu den weltweit am schnellsten wachsenden Lebensmittel produzierenden Sektoren, insbesondere in den am wenigsten entwickelten Ländern. Die negativen Auswirkungen wie die Zerstörung von mariner und terrestrischer Artenvielfalt von Feuchtgebieten, Mangroven-Wäldern und Küsten-Ökosystemen werden zunehmend bekannt.
 
Auch bei RADOST befasst sich ein regionales Anwendungsprojekt mit der Aquakultur, jedoch in einer sehr spezifischen, auf hochwertige Produkte ausgerichteten und durch kleinflächige Nutzung charakterisierten Form. RADOST-Projektpartner Coastal Research & Management (CRM) in Kiel beschäftigt sich mit den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten von Aquakultur. Hierzu zählen die Rohstoffproduktion zur Energiegewinnung (Projekt Algasolar®) und die Gewinnung von Nahrungsmitteln und Extrakten für kosmetische, pharmazeutische oder medizinische Produkte.