Fach-Workshop "Künstliche Riffe: Küstenschutz, Unterwasserhabitat und touristische Attraktion?"

Venue
Kiel
Date
Verantwortlicher Ansprechpartner bei RADOST
Sandra Enderwitz
Teilnehmer
Sandra Enderwitz
Protokollverantwortlicher
Sandra Enderwitz

"Künstliche Riffe: Küstenschutz, Unterwasserhabitat und touristische Attraktion?" – dieses Thema diskutierte das Klimabündnis Kieler Bucht (KBKB) am 15. Februar 2010 auf einem Workshop in Kiel. Prof. Horst Sterr, Mitbegründer des KBKB, stellte die Idee des Projekts ZuM Strand (ZukunftsManagement Strand) vor, künstliche Riffe sowohl für den Küstenschutz zu entwickeln, gleichzeitig aber auch neue Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt der Ostsee zu gestalten und dadurch interessante Tauchreviere zu schaffen. Ein entsprechendes Konzept wird als Teil des KBKB-Projekts ZuM Strand („ZukunftsManagement Strand“) entwickelt, dessen Ziel es ist, gemeinsam Alternativen für den Küsten- und Strandschutz zu erarbeiten, die der Anpassung an den Klimawandel dienen und zugleich die Region für Touristen noch attraktiver zu machen.
 
Dr. Lothar Schillak, MariLim führte in die Geschichte der künstlichen Riffe ein und stellte die notwendigen Schritte zur Verwirklichung eines solchen Riffs in der Ostsee vor. Dr. Kai Ahrendt vom Büro für Umwelt & Küste präsentierte die ersten Ergebnisse seiner Machbarkeitsstudie. In der Studie wird analysiert, welche Standorte für künstliche Riffe in Abhängigkeit von morphologischen Voraussetzungen, Lage zur Küstenlinie und weiteren Faktoren in Frage kommen. Für das Projekt ZuM Strand sollte ein solches Riff vor allem der durch den Klimawandel beschleunigten Stranderosion entgegenwirken. Ob Riffe zusätzlich eine Verbesserung der Artenvielfalt herbeiführen oder doch einen zu großen Eingriff in die Natur der Ostsee bedeuten, stellte Elke Körner vom BUND Schleswig-Holstein zur Diskussion. Die rund 70 Teilnehmer zeigten, wie groß das Interesse am Thema ist.
 
Zwar wird auch der Klimawandel keine Bedingungen für Korallenriffe in der Ostsee schaffen, aber immerhin können künstliche Riffe in einigen Gebieten die durch die Steinfischerei verschwundenen Lebensräume wiederherstellen. Dies kann attraktive Tauchreviere und somit neues Potenzial für den Tourismus bedeuten. Ob ein künstliches Riff tatsächlich den Anspruch einlösen kann, ökonomischen Nutzen für Küstenschutz und Tourismus mit ökologischem Nutzen zu vereinen, wird sich erst in der Realisierung zeigen.
 
Ein Fernsehbeitrag zu diesem Workshop wurde am 16. März 2011 im Schleswig-Holstein Magazin vom NDR ausgestrahlt. Der Beitrag ist auf www.ndr.de/flash/mediathek/index.html unter dem Titel „Künstliche Riffe“ zu finden.