UBA-Studie zu „Kosten und Nutzen von Anpassungsmaßnahmen“

Report
Peter, Martin
Lückge, Helen
Görlach, Benjamin
Tröltzsch, Jenny
Sartorius, Christian
Climate Change Nr. 10/2012
Umweltbundesamt
UBA-FBNr: 001593

Kostencheck für Anpassungsmaßnahmen
Die Klimaforschung zeigt: Hitzewellen, Hochwasser und Starkregen nehmen in Deutschland weiter zu und können immense volkswirtschaftliche Schäden verursachen. Die Kosten und Nutzen von Gegenmaßnahmen ließen sich bisher kaum systematisch bewerten. Eine neue Studie des Umweltbundesamtes (UBA) schafft nun Abhilfe. Sie legt erstmals Kosten-Nutzen-Analysen für konkrete Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel vor. Als besonders erfolgversprechend und rentabel erweist sich die Begrünung von Dächern gegen sommerliche Hitze in Städten. Ebenfalls wirtschaftlich: die Renaturierung von Auenwäldern zum Schutz vor Hochwasser und der Einsatz hitzeresistenter Beläge gegen Straßenschäden.
Bund, Länder und Kommunen stehen vermehrt vor der Frage, wie sie sich an die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels anpassen können. Die neue Studie des UBA hat Kosten und Nutzen geeigneter Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel untersucht. Besonders effektiv erweisen sich Maßnahmen der Stadt- und Regionalplanung, des Gesundheits- und des Bevölkerungsschutzes. Das Begrünen von Dächern etwa reduziert an heißen Sommertagen die Temperatur in Städten. Auch systematische Hitzewarnungen auf kommunaler Ebene und entsprechende Maßnahmen zur Kühlung, insbesondere in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, kosten vergleichsweise wenig, entfalten aber große Wirkung. Ein schlechteres Kosten-Nutzen-Verhältnis weisen dagegen umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen auf. Dazu zählen neue Dämme gegen Überflutungen oder der Ausbau des Kanalisationsnetzes.
Besonders nah an den Inhalten des RADOST-Projekts liegen die Kosten-Nutzen-Analysen zu hochwasserschutzrelevanten Maßnahmen, wie Küstenschutz durch Deicherhöhung und Sandvorspülung, eine vorsorgende Raumplanung für den Hochwasserschutz und der Ausbau von Regenüberlaufbecken. Weitere Beispiele wurden im Bereich Landwirtschaft und Boden betrachtet, z.B. zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Nutzflächen. Insgesamt wurden 28 Anpassungsmaßnahmen analysiert.
Die Studie steht als kostenloser Download zur Verfügung.