KLIMZUG-Statuskonferenz

Venue
Umweltforum Berlin
Date
Verantwortlicher Ansprechpartner bei RADOST
Grit Martinez

RADOST ist nicht allein! Am 2. und 3. November 2011 traf sich eine breite Fachöffentlichkeit zum Thema Klimaanpassung in Deutschland bei der KLIMZUG-Statuskonferenz im Umweltforum Berlin. Vertreter aus den sieben Verbundprojekten der Fördermaßnahme „KLIMZUG – Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten“ nutzten die Gelegenheit, um den rund 270 Teilnehmenden einen Einblick in ihre Zwischenergebnisse auf dem Weg zu umfassenden regionalen Anpassungsstrategien zu geben.
Dabei wurde wiederholt deutlich, dass die verschiedenen Regionen Deutschlands recht unterschiedlich und sowohl positiv als auch negativ vom Klimawandel betroffen sein werden. Während etwa mehr Sonnenstrahlung für höheres Pflanzenwachstum sorgen kann, führen mögliche Dürren zu Ernteausfällen. Der Strandtourismus kann bei guter Planung von einer längeren Sommersaison profitieren, wohingegen Skiregionen bei steigenden Temperaturen vor erheblichen Problemen stehen.
Bild entfernt. Podiumsdiskussion der Projektrepräsentanten
Auch wenn die Modellrechnungen für die nächsten 50 Jahre in Deutschland noch eher moderate Änderungen erwarten lassen, können schon jetzt Maßnahmen ergriffen werden, um die Anpassungsfähigkeit in Deutschland optimal zu steigern. Dies ist besonders dort wichtig, wo der Klimawandel zu bereits bestehenden Konflikten hinzukommt wie in der Raumplanung oder in der Wasserwirtschaft, wo sich konkurrierende Nutzungen gegenüberstehen.

In thematischen Arbeitsgruppen konnten die bisherigen Ergebnisse der KLIMZUG-Projekte weiter vertieft und diskutiert werden. Deutlich wurde dabei vor allem, dass nicht nur mögliche Maßnahmen, sondern auch die entsprechenden Kommunikationsaktivitäten genau auf relevante Zielgruppen zugeschnitten werden müssen, da die betroffenen Akteure mit sehr unterschiedlichen Planungshorizonten arbeiten. In der Forstwirtschaft und im Küstenschutz, wo generell über Zeiträume von Jahrzenten geplant wird, werden Klimawandelaspekte von vielen Verantwortlichen bereits in die Planungen einbezogen. Anders sieht es oft im Tourismus oder der Landwirtschaft aus, wo eher saisonal gedacht wird. Zusätzliche Herausforderungen für die Kommunikation ergeben sich, wenn das aktuell Erlebte den Aussagen der Klimaforschung zu widersprechen scheint: So ist es immer wieder wichtig zu vermitteln, dass einzelne nasse Sommer oder kalte Winter nicht die Erkenntnisse über langfristige Trends widerlegen.  
Bild entfernt.
Kosmetikprodukte aus Algen aus der Ostsee
Die Zwischenergebnisse zeigen, dass aus den KLIMZUG-Verbünden bereits wichtige Impulse für die nationale, aber auch die internationale Anpassung an die Folgen des Klimawandels kommen. Die wichtigste Herausforderung für die zweite Halbzeit der Fördermaßnahme wird sein, die bisher aufgebauten Netzwerke auch über 2014 hinaus tragfähig zu machen. Welche Gestalt sie dann haben werden, ist eine zweite Frage: KLIMZUG ist dann erfolgreich, war wiederholt auf der Konferenz zu hören, wenn Klimaanpassung in Zukunft überall selbstverständlich mitgedacht wird.