"Wiesen und Wälder in der Ostsee" - RADOST-Veranstaltung im LLUR

Venue
Flintbek bei Kiel
Date
Verantwortlicher Ansprechpartner bei RADOST
Dr. Ivo Bobsien

„Wiesen und Wälder in der Ostsee“ – „Zostera marina und Fucus vesiculosus“ – oder einfach gesagt: „Seegras und Blasentang“ – das war der Stoff für angeregte Diskussionen bei einer RADOST-Veranstaltung am 3. März 2011, organisiert durch das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR).
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Das Thema lockte nicht nur Biologen und Experten für Meeresökologie zum LLUR nach Flintbek. Circa 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft folgten gespannt den Vorträgen zu den grünen, braunen und roten Meerespflanzen. Die inhaltliche Vielfalt reichte dabei über den Wandel und die Wertschöpfung von Seegras und Blasentang bis zur Umweltbildung.

Dr. Ivo Bobsien vom LLUR präsentierte den Teilnehmenden zunächst, was sich hinter „Zostera marina und Fucus vesiculosus“ eigentlich versteckt, wie sich die Pflanzen stammesgeschichtlich entwickelt haben und welche wichtigen Funktionen, u.a. als biologischer Indikator für Gewässerqualität, sie heute erfüllen. Weitere RADOST-Vertreter informierten über mögliche zukünftige Entwicklungen für die Ostsee angesichts des Klimawandels und die Möglichkeit, „Wiesen und Wälder “ als biotechnische Küstenschutzmaßnahmen unter Wasser bewusst einzusetzen.

Über touristische Potentiale „IN“ der Ostsee sprach Philipp Schubert vom Leibnitz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel. Der Wissenschaftler und begeisterte Hobbytaucher stellte beliebte „Ostsee-Oasen“ und die Faktoren für erfolgreichen Tauchtourismus in der Ostsee vor.

Weitere Nutzungen von Seegras und Blasentang als Lebensraum für Fische, aber auch als Lebensmittel, Kosmetik- oder Pharmazieprodukt für den Menschen wurden von Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft präsentiert, mit Beispielen veranschaulicht und mit dem Publikum angeregt diskutiert. Während der potentielle Nutzen der Meerespflanzen enorm scheint, steht die praktische Umsetzung neuer Wertschöpfungswege jedoch oft noch vor erheblichen Herausforderungen. Dies zeigte sich besonders beim Vortrag zur Nutzung von Algen als Bioenergiequelle. Während man z.B. zur Deckung des Energiebedarfs von 10 Haushalten nur 12 ha Algenanbaufläche benötigt (im Vergleich dazu sind es bei Mais ca. 30 ha), sind die Kosten dennoch erheblich höher und die Erschließung potentieller Anbauflächen gestaltet sich problematisch.

Die Bestrebungen, bereits junge Menschen mithilfe von Umweltbildung für die Themen Meer, Biodiversität und Klimawandel zu sensibilisieren, wurden abschließend in weiteren Vorträgen vorgestellt. Dabei waren sich alle Teilnehmenden einig, dass sowohl im Bereich Bildung und Öffentlichkeitsarbeit als auch in der Forschung und in der praktischen Umsetzung von Meeresschutz und -nutzung noch erhebliche Entwicklungen erfolgen müssen. Diese und weitere RADOST-Aktivitäten werden dazu aktiv beitragen.
In der Anlage finden Sie das Programm sowie eine Auswahl der Vorträge zum Download.